Kompressor Test – Diese Unterschiede gibt es

Kompressor Test

Ein Kompressor gehört in fast jede Werkstatt. Der Markt bietet dabei viele verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Herstellerangaben an. Im Kompressor Test schauen wir uns an, was wirklich wichtig ist und worauf man vor dem Kauf achten sollte. Die Funktionsweise ist fast immer ähnlich, egal ob 12 Volt Kompressor, 230 Volt Modell, Werkstattkompressor oder für das Betreiben von Werkzeugen.

Ausgangsleitung beim Kompressor Test beachten

Die Luftmenge die ein Kompressor einsaugt, ist für einen direkten Vergleich verschiedener Modelle nicht so gut geeignet. Wer einen echten Benchmark möchte, vergleich die Ausgangsleistung. Diese wird entweder in Liter pro Minute oder m³ pro Minute angegeben. Das Ansaugvolumen liegt im Regelfall immer über dem Wert der effektiv genutzt werden kann. Die Ausgangsleistung verringert sich oftmals mit zunehmenden Druck. Wer dauerhaft mit einem hohen Druck arbeiten muss/möchte, sollte sich immer die Tabelle der Ausgangsleistung ansehen. So kann das sich Volumen bei 7-8 Bar bereits um mehr als 1/3 zur 0 Bar Ausgangsleistung verringern. Ein wichtiger Faktor im Kompressor Test bzw. Vergleich ist also die Ausgangsleistung.

Die Kesselgröße beim Kompressor

Hat der Kompressor nur einen kleinen Kessel und ist das Fassungsvolumen gering, muss das Aggregat sehr viel arbeiten. Immer wenn die Füllmenge an Luft aus dem Kessel raus ist, springt der Motor an und verdichtet neu. Je größer der Kessel, umso schonender ist dies für den Motor/das Aggregat und umso seltener springt dieser an. Wer Werkzeug mit dem Kompressor betreiben möchte, kommt sogar um eine gewisse Kesselgröße nicht herum, mehr dazu weiter unten. Zum Auffüllen von Fahrradreifen oder Autoreifen reichen jedoch handelsübliche Klein-Kompressoren mit 6 bis 20 Litern Fassungsvermögen oder ein Mini Kompressor.

Kompressor Aggregat

Gewicht vom Kompressor

Je größer der Kessel umso schwerer wird der Kompressor. Dies liegt daran, dass der Kessel mehr Druck aushalten muss und die Wandstärke des Materials zunimmt. Kompressoren mit 50 liter Fassungsvermögen können durchaus ein Gewicht von 20 kg erreichen, 80 Liter Kessel oder mehr bringen dabei gerne über 50 kg auf die Waage. Diese Geräte sollten immer mit einer Bereifung ausgestattet sein. So kann der Druckluftspender problemlos von A nach B gerollt werden.

Lautstärke eines Kompressors

Der Lufkompressor arbeitet in der Regel mit einem Motor der sehr laut ist. Die db Angabe in den technischen Daten sollte immer Beachtung finden. Eine Hauptverkehrsstraße hat eine Lärmbelästigung von ca. 80-90 db. Ein zu lauter Kompressor kann auf Dauer zu Gehörschäden führen. Befindet man sich in einem geschlossen Raum und steht der Luftkompressor ebenfalls in diesem, sollte immer mit einem Gehörschutz gearbeitet werden. Ein leiser Kompressor liegt dabei um die 50-75 db, zum Vergleich, ein Fernseher mit Zimmerlautstärke liegt bei ca. 60 db.

Sicherheit, Material und Bauteile beim Kompressor

Hochwertig, hochwertig und noch einmal hochwertig muss die Verarbeitung sein. Bei diesem Werkzeug wird mit hohen Drücken gearbeitet. Fehlerhafte oder schlechte Materialien gehen zu Lasten der Sicherheit. Druckluftbehälter, Anschlussstücke, Kupplungen und auch das Aggregat müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein. Druckschalter, Rückschlag- und Sicherheitsventile sollten gut erreichbar sein. Sind Bauteile defekt, sollten diese umgehend ausgetauscht werden. Das Manometer (Die Druckanzeige) ist durchaus ein Kandidat, dass durch angestoßene Baumaterialien kaputt gehen kann.

Manometer Kompressor bar Anzeige

Kondenswasser im Kompressor

Die vom Luftkompressor angesaugte Luft ist nicht immer in derselben Qualität, Dreck und Feuchtigkeit (z.B. Standort in der Feuchten Werkstatt oder auf dem Bau) werden mit in das System eingesaugt. Beim Komprimieren wird die Luft unter Druck komprimiert, die Luftfeuchtigkeit verbleibt jedoch als Kondensat im Kessel. Alles Gründe, wieso der Kessel aus einem Material bestehen sollte, das unempfindlich gegenüber Rost ist. Der Kessel sollte über eine Ablassschraube verfügen oder einer anderen, dafür vorgesehen Vorrichtung. Das Kondenswasser ist regelmäßig nach dem Gebrauch abzulassen. Steht der Kompressor in einer Werkstatt, sollte man möglichst einfach an die Ablassschraube kommen.

Ablassschraube Kondenswasser

Hinweis: Vorher den kompletten Druck vom Kessel ablassen.

Vibrationen und Standfestigkeit

Schwere Kompressoren sollten immer mit Reifen aus Gummi ausgestattet sein. Einige Premium-Modelle setzten auf Luftbereifung. Standfüße aus Gummi absorbieren die Vibrationen und verhindern die Vollständige Übertragung auf den Untergrund und sorgen für keine zusätzliche Lärmbelästigung durch Vibrationen auf dem Untergrund.

Reifen am Kompressor

Luftdruckwerkzeug mit dem Kompressor betreiben

Wer nicht nur Reifen aufpusten möchte und etwas größere Geschütze auffahren und Druckluftwerkzeuge mit dem Kompressor betreiben möchte, hat besondere Ansprüche an das Druckluft-Aggregat. Diese Dinge gibt es dabei zu beachten:

  1. Jedes Druckluftwerkzeug benötigt einen individuellen Druck
  2. Jedes Druckluftwerkzeug benötigt einen anderes, gesichertes Ausgangsvolumen
  3. Der Kessel sollte ein möglichst hohes Volumen aufweisen, damit das Aggregat bei kurzer Nutzung nicht immer anspringt.
  4. Je nach Größe des Kompressor kann ein Starkstrom/Kraftstrom-Anschluss notwendig sein.

Als Fazit kann man dazu sagen, es sollte immer beim spezifischen Werkzeug darauf geachtet werden, ob dies mit dem vorgehaltenen Kompressor zu betreiben ist. Als Beispiel, eine Druckluftratsche kann um die 100-120 Liter/min benötigen, ein Druckluft Winkelschleifer jedoch schon um 400-600 Liter/min. Wer die Möglichkeit hat das gewünschte Werkzeug auszuprobieren, sollte den Kompressor Test vorab durchführen oder sich auf die technischen Angaben des Hersteller verlassen.

Mit Luftdruck reinigen und ausblasen

Mit dem Kompressor können nicht nur Werkzeuge betrieben oder Fahrradreifen aufgepustet werden. Benutztes Werkzeug kann mit Druckluft sehr gut von Staub und Arbeitsdreck freigeblasen werden. Bei Arbeiten mit Steinzuschnitten kommt sehr viel Staub auf. Dieser setzt sich im Gerät fest und kann sich negativ auf die Lebensdauer und Funktion auswirken. Mit der Druckluft und einer Druckluftdüse kann dieser Staub sehr gut aus dem Winkelschleifer, der Kreissäge und anderen Werkzeugen herausgeblasen werden.

Stromverbrauch

Ein Leistungsstarker Kompressor hat ordentlich dampf, das spiegelt sich auch beim Stromverbrauch wieder. Leistungsaufnahmen von 1,5 bis 3 KW sind bei einem 50 Liter-Kessel Kompressor keine Seltenheit. Vor der Anschaffung sollte am Einsatzort geprüft werden, ob diese Leistung abzurufen ist. Gartenhütten, Garagen oder Gartenlauben können da teilweise mit den vorhanden Leitungen an ihre Grenzen kommen.

Ölfreie Kompressoren

Das Aggregat ist neben dem Kessel das Herzstück am Druckluftspender. Ölfreie Kompressoren kommen ohne einer zusätzlichen Schmierung der Kolben zurecht. Ohne Öl fällt auch ein Ölwechsel weg, der ölfreie Kompressor ist demnach etwas wartungsärmer und führt der komprimierten Luft keine Ölrückstände zu. Dies ist besonders wichtig, wenn z.B. Lackierpistolen für Lacke und Farben zum Einsatz kommen. Der Einsatz in der Lebensmittelindustrie oder in Labore, erfordert ebenfalls ein ölfreies System. Ölfreien Geräten wird eine nicht so hohe Ausgangsleistung nachgesagt, hierbei ist bei der Wahl auf das Einsatzgebiet zu achten.

Kompressoren mit Ölschmierung

Benötigt das Druckluftwerkzeug einen Ölzusatz in der Luft, ist ein Kompressor mit Ölschmierung ein Lösungsweg. Hinweise zum Betrieb finden Sie immer beim Hersteller des Werkzeugs. Hohe Drücke über 10 bar und ein Dauereinsatz spricht für einen Kompressor mit Öl . Der Anschaffungspreis eines Systems ohne Öl kann sehr hoch sein, um die Leistungen eines ölgeschmierten Systems zu erreichen. Der Nachteil dieser Systeme ist der Ölwechsel und die resultierende Entsorgung.

Anmerkung: Passt die Ausgangsleistung mit dem gewünschten Einsatzzweck zusammen, spricht nichts gegen ein System, dass auf Öl verzichtet. Kompressoren für den Heimgebrauch verzichten auf die Mineralstoff-Schmierung.

Verschiedene Kompressoren im Überblick

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Stand der Daten in der Tabelle: 21. September 2018 16:57

Fazit zum Kompressor Test

Für den privaten Einsatz reicht ein handelsüblicher Kompressor aus dem Baumarkt. Wer die Druckluft nur ein paar Mal im Monat oder sogar im Jahr benötigt ist mit preisgünstigen Modelle bis 150 / 200 Euro gut aufgestellt. Die Ansprüche für den gewerblichen Einsatz sind dabei schon wesentlich höher. Druckluftwerkzeug braucht neben einem konstanten Ausgangsdruck auch ein Mindestmaß an Volumen und nicht zuletzt eine hohe Zuverlässigkeit. Ein Ausfall bedeutet im Gewerbe meist Stillstand und zieht unnötige Kosten mit sich.

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